ab 11.1.: Fortsetzung der Filmreihe
In Kooperation mit dem Studiengang Europäische Medienwissenschaft der Universität und der Fachhochschule Potsdam
Nach der westdeutschen Perspektive, aktuell mit dem Film DAS HAUS IN MONTEVIDEO am 11. Januar, geht es im Folgenden um filmische Familienbilder in der DDR. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit sich kollektive Vorstellungen von „Familie“ auf den Leinwänden des geteilten Nachkriegsdeutschlands voneinander unterschieden oder auch ähnelten. Mit TRAUMSCHIFF (1956) von Herbert Ballmann am 18. Januar und EHESACHE LORENZ (1959) von Joachim Kunert am 25. Januar, stellt die Filmreihe „Lebenszeichen“ einen unmittelbaren Bezug zur aktuellen Ausstellung des Filmmuseums Potsdam „Glück für alle! Wirklichkeit in DEFA-Filmen der 50er Jahre“ her.
11. Januar, 18 Uhr
Das Haus in Montevideo
R: Curt Goetz, BRD 1951
Einführung: Prof. Dr. H. Christians (Universität Potsdam)
Professor Traugott Hermann Nägler hat strengste Prinzipien hinsichtlich Moral, Pflichterfüllung und Disziplin. Das bekommen zuallererst seine Schüler, aber auch seine liebenswerte Gattin und seine 12 Kinder zu spüren. Eines Tages gerät Professor Näglers wohlgeordnetes Weltbild jedoch durcheinander: Seine von ihm einst verstoßene Schwester vererbt ihm ihr beträchtliches Vermögen unter der Bedingung, dass Näglers älteste Tochter innerhalb eines Jahres ein uneheliches Kind zur Welt bringt.
18. Januar, 18 Uhr
Das Traumschiff
R: Herbert Ballmann, DDR 1956
Einführung: Kai S. Knörr (Universität Potsdam)
Die beiden Halbwaisen Reni und Rolf, 13 und 10 Jahre alt, leben bei ihrer Großmutter in Berlin. Ihre Mutter (Gisela Uhlen), arbeitet in einem Ostseehafen. Dort lernt sie den Kapitän Franz Müller (Günther Simon) kennen. Gern würden die beiden heiraten, doch die Kinder wehren sich gegen eine erneute Heirat ihrer Mutter.
„Ein mit leichter Hand sympathisch entwickelter Unterhaltungsfilm, der sich einfühlsam den angeschnittenen Problemen nähert“, bemerkt das Lexikon des internationalen Films zu Herbert Ballmanns Spielfilm. Von offizieller Seite wurde Ballmann damals der Vorwurf gemacht, „Das Traumschiff“ berücksichtige nicht ausreichend das neue, d.h. sozialistische Leben in der DDR.
25. Januar, 18 Uhr
Ehesache Lorenz
R: Joachim Kunert, DDR 1959
Einführung: Kai S. Knörr (Universität Potsdam)
Trude und Willi Lorenz führen seit 24 Jahren eine scheinbar mustergültige Ehe, ein Vorbild für ihre Tochter Gitta und ihren Verlobten. In Wirklichkeit jedoch betrügt Willi, der als Abteilungsleiter viel auf Dienstreisen ist, seine Frau mit seiner Sekretärin. Nachdem Trude, die ausgerechnet als Scheidungsrichterin arbeitet, auf die Seitensprünge aufmerksam wird, steht sie nun selbst vor einem Problem, dem sie sonst nur in Verhandlungen begegnet.
„Das ist ein erfreulicher Film: echt, ehrlich, gut gemacht – und notwendig. Dabei sehr unterhaltsam, mit viel Gelegenheiten zum Lachen, Schmunzeln, Mitleiden, Mitfreuen – und Beherzigen“, schrieb ausgerechnet DDR-Fernsehdemagoge Karl-Eduard von Schnitzler 1959 im „Filmspiegel“.

Bildunterschrift: Das Traumschiff




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